Boris Lakowski
Boris Lakowski, Sternsdorf Lakowski & Partner
Ich wollte als Kind eigentlich sehr lange Meteorologe oder Klimaforscher werden. Die schiefe Bahn hat sich vor allem durch Technikbegeisterung, Studium und diverse Praktika im Bereich Beratung ergeben. Ich merkte irgendwann, dass ich im Kern am liebsten Wissen aufsauge und weitergebe und dass man das ganz gut sowohl in der Lehre als auch in der Beratung gebrauchen kann. Und daraus haben sich dann letztlich meine beiden Hauptbestätigungsfelder der letzten Jahre ergeben.
Die wichtigsten Eigenschaften sind für mich Zuhören und Nachfragen. Außerdem braucht man immer eine gute Problemlösungsmethodik, Begeisterungsfähigkeit, und die Lust darauf, jeden Tag was Neues zu machen und zu lernen.
Der größte Unterschied zwischen Selbstständigkeit und Agentur ist wohl die Eigenverantwortlichkeit. Manchmal denke ich, man müsste ein verpflichtendes selbständiges Jahr einführen, denn ich glaube viele Menschen haben durch den Entlastungskomfort unserer modernen Gesellschaft leider verlernt, für ihr eigenes Leben Verantwortung zu übernehmen. In einer Agentur ist man letztlich auch eingebettet in eine Organisation die für einen sorgt, die einem Aufgaben, Jobs und Weiterentwicklungsmöglichkeiten auf den Tisch legt.
In der Selbständigkeit muss man sich jedes Ding, das man essen will, selbst erjagen. Ich bewundere jeden, der mal ein Unternehmen gegründet und geführt hat, ganz gleich ob groß oder klein.
Als Selbständiger muss man in meinen Augen außerdem noch mehr als in einer Agentur Allrounder und Akquisiteur sein. Insbesondere den letztgenannten Punkt übersehen meiner Erfahrung nach viele, die sich vorrangig mit einem speziellen Talent oder aus Liebe zu einem Thema selbständig machen. “Love what you do” ist zwar eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung für eine klingelnde Kasse.
Glitzeraugenmomente habe ich immer dann wenn ich etwas Neues und Spannendes lese oder begriffen habe und wenn ich dass Gefühl habe, dass ich einem Kunden gerade wirklich helfen konnte.
Ich würde Agentureinsteigern und in der Branche noch nicht so festgelegten Menschen, auf jeden Fall zu kleineren Agenturen raten, weil Sie dort ein in der Regel familiäreres Umfeld vorfinden, viel schneller an die Schalthebel gelassen werden, lernen was “Dienst am Kunden” heißt und in kürzester Zeit ganz viele verschiedene Branchen und Kunden kennen lernen. Das ist auch ein super Training, wenn man dann später mal auf Kundenseite wechseln möchte.











