Nadine Heinen

„Versuche in den Job reinzuschnuppern, um zu sehen, ob du die nötige Flexibilität, Disziplin und Begeisterungsfähigkeit mit bringst. Sehe deinen Job als Berufung, denn du brauchst den Ehrgeiz immer das Beste herausholen zu wollen. Lerne von den Profis, schließlich muss das Rad nicht täglich neu erfunden werden. Aber Hinterfrage alles im Stillen, entwickel eigene Ideen und bringe diese ein. Wenn du überzeugt von etwas bist, mache auf dich aufmerksam und setze dich durch, sonst trittst du auf der Stelle. Und: Vernetze dich! Gute Kontakte sind alles und diese wollen gepflegt werden.“

Nadin Heinen, PR-Consultant

Beraterin wurde ich durch einen glücklichen Zufall. Nach dem Abitur hatte ich einen Ausbildungsplatz als Werbekauffrau in Aussicht. Parallel habe ich mich für ein Praktikum in einer kleinen PR Agentur beworben, ohne genau zu wissen was ein PR Consultant macht. In Absprache mit der Werbeagentur habe ich dieses angetreten. Nach einer Woche war mir klar: Das ist mein Job. Hier musst du bleiben. Das Praktikum wurde zur Ausbildung und zur Vertiefung studierte ich anschließend Kommunikations- und Sozialwissenschaft.

Berater brauchen Fachkompetenz, Neugierde und visionäres Denken, um kreative Ideen zu erarbeiten. Doch in meinen Augen ist eine der wichtigsten Schlüsselqualifikationen eine gute Sozialkompetenz. Als Berater triffst du auf unterschiedlichste Typen, die du von deinen Ideen überzeugen musst. Gerade wenn – wie in meinem Fall – auf der einen Seite die Bedürfnisse des Kunden und auf der anderen Seite die des Journalisten beachtet werden müssen, ist es wichtig sich schnell und in der richtigen Art und Weise auf sein Gegenüber einzustellen.

Agenturen bieten im Vergleich zu einer beratenden Position in industriellen Unternehmen schon auf Grund der Kundenstruktur mehr Abwechslung. Das war für mich ausschlaggebend nie in ein Unternehmen zu wechseln. Ich selbst habe nur Erfahrung mit kleineren Agenturen. Heute gehöre ich als selbstständiger Partner zur Leitung einer PR Agentur mit unter 10 Mitarbeitern und habe somit nichts bereut. Der Vorteil von kleineren Agenturen ist ganz klar die weniger hierarchische Organisation und damit die Möglichkeit sich stärker einbringen zu können. So war ich schon kurz nach meinem Einstieg in große Projekte eingebunden. Durch den Austausch mit Freunden und Ex-Kommilitonen weiß ich, dass in große Agenturen in der Regel wesentlich mehr Zeit vergeht, bis eine eigenverantwortliche Einbindung möglich ist. Natürlich ist auch die interne Konkurrenz größer. Aber gegebenenfalls ergeben sich hier, je nach Ausrichtung und Kunden, breiter aufgestellte Karrieremöglichkeiten, gerade wenn man gerne international arbeiten möchte.

Eine Selbstständigkeit hat Vorteile was die Verwirklichung von Ideen angeht, aber gerade als Berufseinsteiger ist damit vorsichtig umzugehen. Kontakte sind in unserem Beruf sehr wichtig und diese sollten gefestigt sein, bevor man sich auf solche verlässt. Auch die vermeintlich freie Zeiteinteilung klingt verlockend, doch tatsächlich hat man schlicht nie Feierabend.

Beratungsresistente Kunden können einen an den Rand der Verzweiflung bringen. Getreu dem Motto: Sie haben recht, aber ich will es trotzdem anders. Glitzeraugenmomente? Da gibt es zum Glück viele.

Beispielsweise wenn eine Pressekampagne oder nur die -meldung schon nach kurzer Zeit die Marke von 100 Artikeln erreicht. Einen sich sträubenden Kunden überzeugt zu haben und zu sehen, dass meine Strategie aufgeht. Oder ganz einfach ein kleines Lob des Kunden.

TwitterFacebookMister-WongDeliciousGoogle BookmarksIdenti.caShare