Sandy Wilzek
Sandy Wilzek, PR-Beraterin, Möller Horcher PR GmbH
Ich habe Medienmanagement studiert – nicht um irgendwas mit Medien zu machen, sondern weil mich die Verbindung von journalistischen Inhalten und wirtschaftlicher Herangehensweise interessiert hat. Über ein Praktikum bei einem großen Maschinenbau-Unternehmen hatte ich dann Gelegenheit die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kennenzulernen. Das war der eigentliche Auslöser. Da mir die Kundenperspektive allerdings thematisch etwas zu eingeschränkt war, bin ich auf der Dienstleisterseite eingestiegen. Ganz klassisch als Trainee in einer Agentur – dieselbe Agentur, für die ich auch heute noch arbeite. Die tagtägliche Beratung von Kunden und Partnern ist natürlich ein großer Bestandteil dieses Berufs. Die wirkliche Herausforderung aber ist es, die richtige Balance zwischen journalistischen und ökonomischen Anforderungen zu finden – zwischen kritischem Fachpublikum und Kundenerwartung.
Wenn es auch etwas abgegriffen klingen mag: ein Berater muss Freude am Umgang mit anderen Menschen haben. Das heißt, nicht nur Teamplayer sein oder Kommunikationsstärke besitzen; ein Berater im PR-Bereich muss den kommunikativen Austausch als solches lieben. Außerdem muss er von einem professionellen Standpunkt aus Kritik annehmen können und sie produktiv nutzen. Wer sich Kritik persönlich zu Herzen nimmt, wird auf Dauer nicht den Anforderungen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gerecht werden können. Wenn man sich im täglichen Trubel zudem die Neugier für neue Themen, Techniken und Methoden bewahren kann, beispielsweise für Social Media, und flexibel und schnell auf neue Herausforderungen reagiert, dann bringt man die wichtigsten Grundlagen mit. Und, besonders wichtig, man muss den Dienstleistungsgedanken verinnerlichen. Als Makler zwischen möglicherweise unterschiedlichen Positionen hilft es nicht, starrsinnig an der eigenen Meinung festzuhalten. Berater müssen moderieren, nicht delegieren.
Man kann davon ausgehen, dass man in einer nicht so großen Agentur schneller und direkter mit den Kunden zusammenarbeiten und erste praktische Erfahrungen sammeln kann. Und Praxis ist in unserem Beruf nun mal das A. und O.
Es gibt sicher stressige Momente, auch mal frustrierende, aber ich hatte noch nie, kein einziges Mal, das Bedürfnis alles hinzuwerfen. Als Dienstleister lebt man nicht nur von Kundenhonoraren, sondern auch ein wenig von der Anerkennung durch den Kunden. Ein positives Feedback, die echte Freude des Kunden über eine hochwertige Veröffentlichung oder eine erfolgreiche Kampagne, das sind ganz klar die Momente, für die man manchmal lange und hart arbeitet!











