»Kinder probieren alles aus«

Wie verhalten sich Kinder, wenn sie mit neuen Medien umgehen? Wo gibt es Frustrationen? Was sollten Entwickler beachten. Thomas Feibel befragte dazu Dr. Stefan Aufenanger, Professor für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik an der Universität Mainz.

Wie gehen Kinder mit Medien um?

Kinder haben zwar auf dem ersten Blick Medienkompetenz, aber bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass dies meist auf wenige Kenntnisse der Handhabung mit den Geräten beschränkt bleibt. Sie verstehen meist nicht, wie Anwendungen funktionieren oder was etwa Links oder bestimmte Navigationen bedeuten. Der Unterschied zu Erwachsenen liegt vor allem darin, dass sie unvoreingenommener mit den neuen Medien umgehen. Sie haben keine Angst etwas falsch zu machen, sie probieren alles Mögliche aus und sie gehen von Webseiten, Spielen oder Apps schnell wieder weg, wenn diese nicht richtig funktionieren, undurchsichtig sind oder keine Attraktivität haben.

Wie gehen Kinder mit Fehlnavigation um?

Die meisten Kinder kommen mit Fehlnavigation nicht zurecht und steigen dann schnell aus. So finden wir sehr häufig auf Webseiten Links, die ein neues Fernster öffnen anstatt im gleichen Frame zu bleiben. Das neue Fenster wird aber als solches nicht erkannt und Kinder wollen etwa zurück navigieren, das geht aber dann nicht. Was Kinder auch häufig verwirrt sind Links, deren Bedeutung nicht eindeutig ist. Dies betrifft oft Hotlinks auf Grafiken oder Bilder. Wichtig wäre zu beschreiben was passiert, wenn Kinder auf einen Link klicken. Auch Werbung auf Webseiten verwirrt Kinder und vor allem dann, wenn diese nicht eindeutig gekennzeichnet ist. Dies trifft dann zu, wenn Werbetext in gleicher Schrift wie Inhalte erscheint, oder Rahmen und Farben beziehungsweise Design ähnlich auftauchen wie der Rest einer Webseite. In neuerer Zeit kommt auch verstärkt Werbung in Computerspielen vor; auch dies ist für Kinder sehr schwer zu erkennen.

Was zeichnet ein gutes Interface für Kinder aus?

Ein gutes Interface zeichnet sich dadurch aus, dass die Navigation auf das Wesentliche reduziert und dass sie eindeutig ist. Webseiten für Kinder sollten maximal auf drei Ebenen aufgebaut sein, so dass man mit drei Klicks sein Ziel erreichen kann. Auch die Gliederung der Seite muss klar strukturiert und darf nicht überladen sein.

http://www.aufenanger.de

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