»Viele Kinder-Websites sind zu überladen«


Worauf Entwickler und Designer bei der Konzeption von Kinder User Interfaces achten müssen, erläuterte Stefan Warth, Leiter Marketing & Vertrieb der Kindermarketing & Jugendkommunikationsagentur Elements of Art aus Mönchengladbach, im Gespräch mit Thomas Feibel.

 

Welche Grundsätze gelten für kindgerechtes User Interface Design?

Diese alle aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. In der Elements of Art Design-Bibel „KIDS Webdesign – 10 DO‘s and DON´Ts“ haben wir die wichtigsten Tipps für Designer zusammengefasst. Die Präsentation können Ihre Leser auf unserer Website unter http://www.eoa.de/Kids-Webdesign/ kostenlos anfordern. Dort finden sie auch noch drei weitere Studien zum Thema „Usability für Kinder“ http://www.eoa.de/EoAforscht/tabid/345/Default.aspx.

 

In welchen Punkten unterscheidet sich Interface Design und Usability für Kinder von sonst üblichen Grundsätzen?

Während typische Elemente für einen Erwachsenen beispielsweise im Web selbstverständlich und leicht zu entschlüsseln sind, können diese für Kinder je nach Alter und Entwicklungsstufe eine große Hürde darstellen. Kinder und Jugendliche haben bedingt durch ihre noch nicht ausgereifte Motorik, ihr zum Teil noch mangelndes Medienverständnis, ihre geringere Lebenserfahrung und nicht zuletzt ihre mangelnde Lese- und Schreibkompetenz eine ganz andere Wahrnehmung, eine andere Sichtweise und ein anderes Geschmacksempfinden als Erwachsene. Webseiten für die junge Zielgruppe müssen daher entsprechend ihrer Medien- bzw. Internetkompetenz dargestellt werden und vor allem auch deren Geschmack treffen.

 

Welche relevanten Unterschiede sind bei den unterschiedlichen Geräten zu beachten?

Bei Touch-Interfaces wie iPad/iPhone/Android/Windows Phone 7 müssen Klickflächen vergrößert und somit auch für Finger nutzbar sein. Auch die Größe der Ausgabe (Informationsübermittlung) ist bei Smartphones zu beachten, da die Geräte, egal ob Smartphone oder Tablets, nur über eine geringereDarstellungsfläche verfügen. Dabei fällt es nicht ins Gewicht, dass die Auflösung der Geräte stark ansteigend ist, da Texte nicht beliebig verkleinert werden können. Das „Zoomen“ von Inhalten wie Websites auf mobilen Endgeräten hat sich auch als negativ für die User Experience herausgestellt, folglich müssen immer dezidiertere Inhalte für diese Geräte bereitgestellt werden.

 

Was sind die häufigsten Fehler in Bezug auf das User Interface Design von Kindermedien?

Die jungen Rezipienten werden häufig überfordert. Die Webseiten sind mit Informationen wie z.B. langen Texten, häufig auch mit vielen Fach- und englischen Begriffen überladen. Es gibt komplizierte Registrierungsprozesse mit langen Formularen, welche die Kinder davon abhalten, die Webseite erneut zu besuchen. Ebenso werden häufig zu viele kleinteilige Gif-Animationen verwendet, so dass keine Priorisierung der Informationen auf den ersten Blick ersichtlich ist. Auch werden zu oft wahllos sehr grelle Farben eingesetzt, die einem modernen, harmonischen Look im Wege stehen.

Link zur Homepage der Kindermarketing & Jugendkommunikationsagentur Elements of Art: http://www.eoa.de

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