BLOG Prof. Robert Rose, Elias Naphausen und Daniel Breining (unten), Nick Riegler, Ralph Stachulla, Matthias Mörtl am 8. November 2012 in der Hafenstraße

12. November 2012

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Radikal rundes Musik-App-Interface WALZE

Die Sequenzer-App WALZE, ein Studienprojekt der Augsburger Studenten Ralph Stachulla, Nick Riegler, Daniel Breining, Matthias Mörtl, und Elias Naphausen, hat gerade den Lucky Strike Junior Design Award 2012 gewonnen. Wir nutzten die Gelegenheit der Preisverleihung in Hamburg, um uns den Prototypen einmal live demonstrieren zu lassen, der in zwei Semestern (2011/2012) an der Hochschule Augsburg entstand.

Die Studenten Fakultät für Gestaltung haben sich bei WALZE eine Anwendung überlegt, deren intuitiver Ansatz sozusagen im Loop steckt, denn die verschiedenen getakteten Spuren des Sequenzers sind kreisförmig um den Playbutton angeordnet. Und so geht es los: Takte (Kreis) aussuchen, Länge der verschiedenen Sound-Spuren per Touch auf den Kreisen (Takten) markieren, Sounds aus dem Explorer aussuchen und per drag and drop auf die markierten Spuren legen, dann auf Play drücken und ein kleiner Track dreht sich auf dem iPad, wie eine Single auf dem Plattenteller.

Das Phänomen der Wiederholung innerhalb der Musik – Loops als virtuelle Kreise im Interface also, sind ein Hauptsaspekt der App. Jeden Sound muss der Nutzer nur einmal einfügen, nicht unendlich mal hintereinander, wie bei einem linearen Sequenzer. Aber auch polyrhythmische Klangstrukturen lassen sich in Kreisschichten vielleicht intuitiver oder auch gezielter erleben, wie Daniel Breining in diesem Audioschnipsel selbst kurz erklärt.

 

Anfangs entwickelten die fünf Junior-Designer WALZE als Desktop-App in Java/Processing, doch als sehr gut befreundete Musiker das wenig intuitive GUI-Interface zum ersten Mal sahen, brachten sie das Team auf die Idee, der Sequenzer könnte mit Touchbedienung auf dem iPad noch besser funktionieren.

Aber nicht nur äußerlich, sondern auch was die Soundbibliothek der App angeht, haben sich die Augsburger App-Entwickler etwas Außergewöhnliches überlegt. “Die Standard-Synthesizer-Sounds können professionelle Anwendungen wie die Maschine von Native Instruments ohnehin viel besser als wir. Damit wollen wir also gar nicht erst anfangen. Stattdessen fragen wir gestandene Musiker, Künstler mit einem eigenen Stil, ob sie ein Sound-Set für WALZE komponieren wollen.” und so featured etwa der Sounddesigner Michael Fakesch (von der Band Funkstörung) die WALZE mit einem Soundpaket von sich: >>>vimeo.com/42844580

“Wir sind auch noch auf der Suche nach weiteren Künstlern, die WALZE mit einem Soundpaket von mindestens 50 Sounds featuren wollen. Wer also seinen ganz speziellen Musik-Stil mit WALZE teilen möchte, soll uns einfach anschreiben.”, so Stachulla.

Außerdem machten die fünf Kommilitonen eine Küchentour durch fünf WG-Küchen, und nahmen dort mit dem Diktiergerät die verschiedenstens Klänge auf: “Zuerst wußten die Leute gar nicht so richtig, was wir von ihnen wollen. Aber als sie dann anfingen, selbst mit den verschiedenen Utensilien zu experimentieren, kamen sehr kreative Sachen dabei heraus – von der Messer-Percussion bis zur Tür-Bassdrum ist alles dabei.” erzählt Nick Riegler und demonstriert es. Stachulla bearbeitete sie dann in Ableton noch ein bißchen nach, “dass sie mehr Druck bekommen”, wie er sagt.

 

Vielleicht wollen sie später noch eine Aufnahmefunktion für eigene Sampels einbauen, aber das wird die erste öffentliche Version wohl nicht bieten: “Zuerst wollen wir gucken, wie das kreisförmige Bedienkonzept bei den Leuten überhaupt ankommt. Dazu muss das technische Grundgerüst aber so gut funktionieren, dass man es verkaufen kann.” sagt Stachulla. Dank des Preisgeldes, wie sie sagen, seien sie jetzt auch in der Lage dazu, die Anwendungs-Entwicklung bis zum fertigen Produkt voran zu treiben und die App kommendes Jahr zu veröffentlichen.

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